Archiv der Kategorie: Sport

seconds out…. red blue!

Das Wochenende ist vergangen und damit kann ich wieder einen Kampf mehr in meiner Bilanz vermerken. Die Vorbereitung hat sich gelohnt, ich habe gewonnen. 🙂

Mittlerweile muss ich tatsächlich auf mein Kampfgewicht achten, wenn ich weiter in der gleichen Gewichtsklasse kämpfen möchte, weiß der Henker warum. Man könnte es dem Muskelzuwachs anrechen… oder vielleicht auch meinem Bedürfnis nach Pasta, Armen Rittern und Co. 😉

Auf das Gewicht achten, sprich: wenig Zucker, wenig kohlenhydratreiches Essen, kleinere Portionen, größtenteils Rohkost und Hühnchen, macht nicht immer Spaß und fällt manchmal schwer. Genauso würde man sich hin und wieder lieber abends auf die Couch verkrümeln und den Feierabend genießen, anstatt im Dojo zu schwitzen und sich blaue Flecke zu holen.

Aber das Gefühl, sich wiedereinmal einem Kampf zu stellen, die Aufregung vorher und die Entspannung danach sind einfach unbeschreiblich. Und im besten Fall hat man gewonnen. Dann ist der Gute-Laune-Cocktail perfekt. Die Vereinskollegen schlagen einem anerkennend auf die Schulter und man denkt sich „Yes!“ 🙂

Es war mein erster Kampf zu hause. Ich sag euch, das ist nochmal was ganz anderes! Natürlich ist es schön, von der „Familie“ angefeurt zu werden, aber der Druck kommt von ganz alleine. Ich war unheimlich aufgeregt und angespannt, dass die Waage erst um fünf Uhr war (und ich bis dahin nur wenig essen und trinken konnte – ihr wisst ja, das Kampfgewicht) hat nicht gerade dazu beigetragen, dass ich mich besser gefühlt habe.

Aber: Augen zu (in dem Fall eher Augen auf aber Deckung hoch) und durch! Gesagt getan.

Kurz vor dem Kampf erfuhr ich, dass die Gegnerin Michelle Thon, die noch jugendlich ist, anfragt, ob wir mit Schienbeinschonern kämpfen könnten. Mir egal, die Söckchen sind eh nur da, um den Kopf zu beruhigen… Also brav die Dinger angezogen und raus ins Getümmel. Auf dem Weg in den Ring gab es noch einmal Knuddler und Erfolgswünsche meiner Kollegen. Und einen zufällig ziemlich laut geraten Hinweis des gegnerischen Trainers, dass meine Gegnerin ja Vize-NRW-Meisterin oder sowas sei. (kleine Anmerkung bei klarem Kopf^^: Vize-NRW kann man auch z.B. ganz ohne Kampf werden, es gibt nicht soo viele Mädels, die in NRW Muay Thai kämpfen) Nicht hinhören Erbse, das braucht dich gar nicht interessieren; nur nicht nervös machen lassen.

Das übliche Prozeder vor dem Kampf: Bandagen kontrollieren lassen, nochmal einen Schluck trinken, Vaseline im Gesicht verteilt bekommen, Handschuhe anziehen, Zahnschutz einsetzen… uns ab in die Ringmitte!

Shake-Hands und ab dafür! Gleich in der ersten Runde ist es mir gelungen, meine Gegnerin mit einer gezielten Geraden von den Beinen zu holen und sie wurde das erste mal angezählt – meine Runde. Sie hatte gute Kicks, denen ich grßtenteils ausweichen konnte und gute Haken, die ich auch nachhaltig gespürt habe. Allerdings konnte ich ihr im Schlagabtausch ordentlich zusetzen und mir den geraden Weg für meine Fäuste suchen. Innerhalb der zweiten Runde wurde sie ein zweites Mal angezählt und ihr Trainer entschied sich für eine Aufgabe.

Mein zweiter gewonnener Kampf und mein erster Sieg durch Aufgabe! Yeha!

Ich bin schon sehr gespannt auf die Aufnahme, mal sehen, wie das ganze so von außen ausgesehen hat.

Next stop: NRW-Meisterschaft am 05.03.2011 in Marl!

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Ohne Kohlenhydrate macht die Welt keinen Spaß

Wieso bekommt man genau dann Lust auf massig Kohlenhydrate, wenn man sie sich verkneifen sollte? Kämpfen in festgelegten Gewichtsklassen ist manchmal doof…

Diät macht keinen Spaß.
Und wenn es nicht darum geht, Pfunde zu verlieren, um seinem Idealgewicht näher zu kommen, sondern sich der BMI schon am unteren Rand des Normalgewichts befindet, dann wird die Umwelt nur ein Kopfschüttteln übrig haben…. bis man sich erklärt.

Als weibliche K-1-Kämpferin hat man es in Deutschland nicht so leicht, passende Gegnerinnen zu finden. Das bedeutet, man muss Kompromisse eingehen. Vielliecht doch eher nach MTBD-Regeln kämpfen als nach K-1-Regeln, oder sich eben ein paar Kampfklassen hoch oder runter futtern.
Wer sich jetzt denkt „rauf futtern – cool“ weit gefehlt. Denn mit viel Training ist es gar nicht so einfach, überhaupt etwas am aktuellen Gewicht zu ändern. Je nach Trainingspensum ist man sowieso schon den halben Tag damit beschäftigt, Kalorien nachzuschaufeln, wie soll man da noch zulegen? Höchstens über Muskelmasse – was für die sportliche Standardfrau ebenfalls gar nicht so einfach ist.
„Runter futtern“ noch weniger cool. Als Sportler ist man vor allem kohlenhydratreiche Nahrung gewohnt. In diesem Fall heißt es aber viel Eiweiß, wenig Kohlenhydrate. Und das macht einfach keinen Spaß. Man fühlt sich ein wenig wie die Kuh auf der Weide, denn neben Fleisch, Fisch und Milchprodukten gibt es Salat – viel Salat, um Magen und Hirn „satt“ vorzugaukeln. Und natürlich gerade dann ist die Lust auf Pizza, Pasta und Schokolade am größten. Das geliebte Guten-Morgen-Brötchen kann man sich auch schenken, zumindest an trainingsfreien Tagen. An Trainingstagen darfs dann auch mal eine Portion langkettiger Kohlenhydrate sein.

Wie gut, dass es nur um zwei Kilo in drei Wochen geht. Aber selbst das ist für eine Naschkatze wie mich schon gar nicht einfach. Memo an mich selbst: Keine Kämpfe direkt nach Weihnachten annehmen, sonst blüht mir noch über die Festtage kohlenhydratarmes Essen.

Aber was tut man nicht alles, um nach etlichen Trainingseinheiten und Diätquälerei im Ring seine Frau zu stehen. Und trotz allem Gejammer: Ja, es ist es definitiv wert!