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Von Schneewehen und Dachlawinen

Der letzte Winter war ja schon nicht ohne, aber der jetzige übertrifft den vergangenen locker. Dabei lernt man so einiges: Wenn Bürgersteige wegen Dachlawinen gesperrt sind, ist das kein Scherz, die Dinger können tatsächlich auch abgehen und Autoscheiben einschlagen, gleich gefolgt von wünsche Dir nicht zu weiße Weihnachten, wenn Du Deine Familie sehen willst.

Wer meinen kleinen Blog bis hier hin verfolgt hat, der weiß, dass ich Schnee sehr sehr befürworte und mich auch über den verfrühten Puderzuckerguss gefreut habe, den Aachen bekommen hat. Da war aber auch noch nicht absehbar, dass sowohl Aseag als auch DB in Winterstarre verfallen, sobald man wirklich auf sie angewiesen ist. So kam es also, dass die wasabierbse das Weihnachtsfest ziemlich unfamiliär zu hause verbrachte. Kein Kaninchen sondern Spinat-Tiefkühlpizza. „Gar nicht so übel“ war der erste Gedanke, da ich das heimische Weihnachtsfest zumindest an Heilig Abend als relativ anstrengend einstufen möchte. Doch der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das sonst so verhasste Familiengezeter und alles, was einen sonst ganz furchtbar auf die Palme bringt waren nicht da und fehlten ganz deutlich spürbar. Es war viel zu still.

Wieder zeigt sich: Man weiß erst, was man hat, wenn man es nicht hat.

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Joy to the world! Oder: Es schneit.

Offenbar gehöre ich zu der aussterbenden Spezies derer, die Schnee gut finden. Aber ja, ich finde Schnee super und habe mich heute morgen sehr sehr sehr darüber gefreut. Ein verschneiter Hinterhof ist auch wirklich ein schöner Anblick.
Zugegeben, stampft man dann dick einegmummelt auf Aachens Straßen umher, ist es vielleicht nicht mehr sooo schön mit der weißen Pracht. Denn dort ist sie an den wenigsten Stellen weiß. Genaugenommen handelt es sich da eher um fiesen Graumatsch, der sich gerne im Profil der warmen Stiefelchen festbeißt und sich in modischen Spritzern auf Wadenhöhe auf der Jenas absetzt. Hübsche Muster erzielt man auch, wenn man nach dem Marsch zur Arbeit die Stiefel unter dem Schreibtisch trocknen lässt und sich die braune Suppe galant über den frisch geputzen Laminatboden verteilt…

Deswegen:
Bleibt man im Winter besser nicht in größeren Städten mit zuvielen Autos. Besser, man sucht sich ein lauschiges Plätzchen in einem kleinen Vorort oder gleich im Hunsrück und lässt sich dort gemütlich einschneien. Dann wird auch die Joggingtour nicht zur Sumpfsafari und man kann engelsgleich über den weiß glitzernden Pulverschnee tänzeln.

Was hält uns an Weihnachten auch noch in der Stadt? Noch nichtmal weihnachtliche Musik auf dem Weihnachtsmarkt gibt es – und ohne die ist Weihnachten doch nur halb so schön, oder? Alles sind gegen einen stillen Weihnachtsmarkt. Dabei tut es auch nicht zur Sache, dass es dem einen noch gar nicht aufgefallen ist, wo hingegen der andere festhält, dass die Auswahl der Lieder bisher ja auch ganz schön nervig war. Und mal ehrlich, wie trostlos ist es denn, wenn der zufrieden beschwipste Arbeitnehmer, der sich nach Feierabend zwei bis sechs Glühwein genehmigt hat, ohne „Oh Tannebaum“ und „Stille Nacht“ nach hause entlassen wird?


Frosty the snowman

Ja, es ist noch nicht Weihnachten, genaugenommen noch nichtmal Dezember und bis jetzt gibt es auch noch nicht den Anflug einer einzigen Schneeflocke.

Aber dieses Jahr erlebt die wasabierbse die kalte Lahreszeit als Nicht-Single – und das ist für die Gemütslage Gold wert. Denn obwohl es gerade draußen furchtbar grau ist und regnet (ein typischer Aachener Winter eben) kann man frisch verliebt einfach den rosaroten Regenschirm aufsetzen und aus jeder Situation und Witterung das denkbar Positivste herausholen.

  • Regnet es, läuft man als verliebtes Pärchen laut lachend durch das Nass von oben
  • Scheint die Sonne, wünscht man sich auf eine sanftiggrüne Wiese inklusive Picknickdeckchen
  • Ist es nebelig, träumt man von romantisch-zweisamen Spaziergängen im  nebeligen Wald
  • Schneit es, träumt man von romantisch-zweisamen Spaziergängen im verschneiten Wald
  • Ist es kalt und herbstlich, träumt man von romantisch-zweisamen Spaziergängen im Wald mit hübscher Laubfärbung

Und in meinem Fall – mit dem großen Stempel „Fernbeziehung“ –  lässt es sich in der vorweihnachtlichen Zeit hervorragend leben mit „Happy Holidays“ von Billy Idol und dem sehnsuchtsvollen Gedenken an das kommende Wochenende. Weihnachten, ich komme!

Nudelholz und Teigförmchen im Anschlag, warte ich noch ein paar Anstandswochen, bevor ich die ersten Weihnachtsplätzchen in meiner neuen Küche fabriziere.